KERNPUNKTE
- MBRF investierte 70 Millionen US-Dollar in die Modernisierung seines Standorts in Tacuarembó und schuf damit die größte Fleischverarbeitungsanlage in Uruguay.
- Die Erweiterung erhöht die tägliche Schlachtkapazität um 40 % und vervierfacht die Produktion verarbeiteter Hamburgerprodukte.
- Der Investition ging eine Entscheidung der uruguayischen Aufsichtsbehörden im Jahr 2025 voraus, den Verkauf der Vermögenswerte an Minerva Foods aus kartellrechtlichen Gründen zu untersagen.
MBRF, der durch die Fusion von Marfrig und BRF entstandene Fleischverarbeitungskonzern, hat am Donnerstag eine Erweiterung seiner Rindfleischeinheit in Tacuarembó, Uruguay, im Umfang von 70 Millionen US-Dollar eingeweiht. Das Projekt erhöht die Produktionskapazität für verarbeitete Produkte und die Rinderschlachtung deutlich und macht den Standort zur größten industriellen Fleischverarbeitungsanlage des Landes.
Laut einem Bericht von Danton Boatini Júnior und Clarice Couto in Valor International führt die Modernisierung ein integriertes Industriemodell ein, das Effizienz und Standardisierung verbessern soll. Die monatliche Hamburgerproduktion des Standorts soll sich mehr als vervierfachen – von 200 Tonnen auf 900 Tonnen. Zudem stieg die tägliche Rinderschlachtkapazität um 40 %, von 900 auf 1.400 Tiere, während die Vorkühlkapazität erweitert wurde, um 2.800 Tiere aufnehmen zu können.
Dem Bericht zufolge nahmen an der Einweihungszeremonie Uruguays Präsident Yamandú Orsi, MBRF-Vorsitzender Marcos Molina und CEO Miguel Gularte teil. Vorsitzender Molina erklärte, das Industriemodell ermögliche es dem Unternehmen, in größerem Maßstab zu arbeiten, um anspruchsvolle internationale Kunden schneller und mit höherer Qualität zu bedienen. CEO Gularte bezeichnete Uruguay als strategischen Markt, der sich durch hohe Produktionsqualität und starke Hygienestandards auszeichne.
Die Investition markiert nach einer Phase regulatorischer Prüfung eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens. 2023 hatte Marfrig versucht, mehrere südamerikanische Vermögenswerte an Minerva Foods zu veräußern, doch der uruguayische Teil des Deals stieß auf erheblichen Widerstand. Die Kartellbehörde des Landes, die Comisión de Promoción y Defensa de la Competencia, verweigerte schließlich im September 2025 nach zweijähriger Prüfung die Genehmigung der Transaktion und verwies auf Bedenken hinsichtlich einer Marktkonzentration.
Strategische Marktanalyse
Diese Erweiterung stärkt Uruguays Position als erstklassiger Standort für hochwertige Investitionen in die Agrarindustrie, getragen von institutioneller Stabilität und strengen Hygienestandards. Für internationale Investoren unterstreicht das Engagement von MBRF in Höhe von 70 Millionen US-Dollar den verlässlichen Rechtsrahmen des Landes – insbesondere nach dem Eingreifen der Kartellbehörde zur Verhinderung einer Marktkonzentration. Der Schritt signalisiert einen Wandel von Desinvestitionen hin zu Konsolidierung im wichtigsten Exportsektor, was voraussichtlich Uruguays makroökonomische Widerstandsfähigkeit stärkt und die Attraktivität für ausländisches Kapital erhöht, das stabile Einstiegsmöglichkeiten in die globale Lebensmittel-Lieferkette sucht.
