KERNPUNKTE
- Uruguay warnt die EU, dass eine Nicht-Ratifizierung des Mercosur-Abkommens dazu führen könnte, dass China in Lateinamerika an Einfluss gewinnt.
- Die Mercosur-Staaten ratifizierten das Abkommen in zwei Monaten, doch das Europäische Parlament verzögert die Zustimmung bis zur Stellungnahme des EuGH.
- Uruguay plant, die Beziehungen zu China, den USA und anderen Partnern zu vertiefen und während seiner Mercosur-Präsidentschaft neue Handelsabkommen voranzutreiben.
Uruguays Außenminister Mario Lubetkin hat die Europäische Union aufgefordert, die Ratifizierung des EU-Mercosur-Handelsabkommens abzuschließen. Er warnte, Europa riskiere, Einfluss in Lateinamerika an China abzutreten, wenn das Abkommen ins Stocken gerät. In einem Gespräch mit Euronews während eines Besuchs in Brüssel bezeichnete Lubetkin das Abkommen als historische Chance für beide Regionen.
Laut einem Bericht von Euronews ratifizierten die vier Mercosur-Länder das Abkommen in nur zwei Monaten – ein Rekordtempo. Das Europäische Parlament hat seine Zustimmung jedoch aufgeschoben, bis eine Stellungnahme des Gerichtshofs der Europäischen Union vorliegt, was über ein Jahr dauern könnte.
Lubetkin betonte, dass Mercosur nicht unbegrenzt warten werde. „Wenn Europa dieses Abkommen ablehnt, werden die Konsequenzen für Europa viel größer sein als für uns“, sagte er. Auf die Frage, ob China der alternative Partner wäre, antwortete er: „Offensichtlich.“ China ist seit 14 Jahren Uruguays größter Handelspartner, während Europa weiterhin die wichtigste Quelle für Investitionen ist.
Uruguay, das die rotierende Mercosur-Präsidentschaft innehat, plant, im Dezember das erste EU-Mercosur-Handelsforum zu organisieren. Zudem will es Handelsverhandlungen mit Kanada, den VAE, Indien, ASEAN und Afrika vorantreiben. Lubetkin wies die Vorstellung zurück, man müsse sich zwischen Washington und Peking entscheiden, und erklärte, Uruguays Politik sei „positiv, nicht gegen irgendjemanden“.
Strategische Auswirkungen für ausländische Investoren
Für internationale Investoren und Expats in Uruguay unterstreicht die stockende EU-Mercosur-Ratifizierung die proaktive Diversifizierungsstrategie des Landes. Uruguays Fähigkeit, gleichzeitig enge Beziehungen zu China, der EU und den USA zu pflegen, stärkt seine Widerstandsfähigkeit als Investitionsstandort. Der Vorstoß für alternative Handelsabkommen signalisiert eine stabile, offene Wirtschaft, die Marktzugang priorisiert – was das Vertrauen der Investoren in Uruguays langfristige Wachstumsaussichten stärken könnte.
